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In dieser Übersicht finden Sie alle Gemeinden / Ortschaften die zur Pfarrei Hl. Martin in St. Ingbert-Rohrbach gehören.

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Montag, 23. September 2019

EIN SCHWERER ABSCHIED.........................

Abschiedsworte von Pfarrer Marcin Brylka 22. Sept. 2019, Festmesse St. Johannes

„Sie wollen uns also verlassen?“ – mit dieser Frage wurde ich  in den letzten Wochen oft konfrontiert.

Von Wollen kann hier nicht die Rede sein. Hätte meine Gesundheit mitgemacht, hätte ich die Entscheidung vom Verlassen unserer Pfarrei nicht getroffen. Aber seit dem ich auf dem OP Tisch lag (und das war nur einer von vielen Warnsignalen meines Körpers), musste ich handeln. Auf der einen Seite die um zwei Mitarbeiter geschrumpfte Personaldecke in unserer Pfarrei, auf der anderen Seite die steigende Belastung bei den Aufgaben der Verwaltung und die nicht wenigen Aufgaben in der Seelsorge (100 bis 120 Beerdigungen im Jahr, die von 2 Hauptamtlichen bewältigt werden müssen ist nur ein Beispiel dafür). Angesichts der fehlenden Möglichkeit der Aufstockung an der Zahl der Hauptamtlichen Mitarbeiter in der Pfarrei und wegen meiner Gesundheitslage blieb mir nichts anderes übrig als um Versetzung zu bitten.

Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. 20 Jahre meines Lebens habe ich in Rohrbach verbracht. Zunächst als Kaplan unter Pfarrer Dahl, dann als Administrator und schließlich als Pfarrer in Rohrbach (über 18 Jahre), in Oberwürzbach (12 Jahre) und in Hassel (8 Jahre).

In meinem Leben das nun über 52 Jahre lang ist, war ich in Rohrbach am längsten sesshaft. Nirgendwo in meinem Leben blieb ich länger wohnen. Rohrbach ist mir zur Heimat geworden. Jetzt gilt es für mich aufzubrechen und die Heimat zu verlassen. Es tut weh, es geht aber nicht anders.

Viele schöne Momente habe ich hier als Pfarrer und als Mensch erlebt. Aber es hat auch nicht an sehr schweren Stunden gefehlt. Eine Primiz-Feier mit unserem Carsten konnten wir hier gemeinsam feiern. Ein anderes Mal meinen Vorgänger, Herrn Pfarrer Dahl mussten wir zu Grabe tragen. Hunderte von Kindern wurden in dieser Zeit getauft, zur Ersten hl. Kommunion geführt, auf die Firmung vorbereitet und Hunderte von Menschen haben wir auf dem Friedhof verabschiedet, Hunderte von Pfarrangehörigen durch ihren Kirchenaustritt verloren. So viele Änderungen haben wir erlebt und mitmachen müssen, so viele kleine und große Baumaßnahmen wurden erfolgreich beendet. Ja, so viel ist in dieser Zeit geschehen. An internationalem Austausch haben wir mit unserer Jugend teilgenommen und durch die Schulspeisung in Polen das Schicksal armer Kinder gemildert. Ja, so viel ist in dieser Zeit geschehen……

Als Priester ist man zu den Menschen gesandt um sie zu Gott, zu Christus in seiner Kirche zu führen, um die Perspektive des ewigen Lebens zu predigen und so die christliche Hoffnung wach zu  halten. Allen die den gemeinsamen Weg des Glaubens mitgegangen sind, die ihn in verschiedenen Facetten mitgestaltet haben, zolle ich meinen Respekt und meinen Dank. Allen, die zu mir gehalten haben, die mit mir die Last der Leitung der Pfarrei getragen haben, sage ich mein herzliches Vergelt`s Gott und Dankeschön! Alle, die mich als Menschen und als Priester aushalten und ertragen mussten, bitte ich um Vergebung.

Mein besonderer Dank gilt den engsten Mitarbeitern die haupt- und ehrenamtlich mit mir den Weg des Glaubens gegangen sind. An erster Stelle danke ich unserer Gemeindereferentin Frau Weberbauer für ihre langjährige, loyale und engagierte Zusammenarbeit. Unserer Pfarrsekretärin, Frau Friedrich möchte ich meinen Respekt und herzlichen Dank aussprechen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das Pfarrbüro ohne solch kompetente, freundliche, geduldige und in ihrer Art bescheidene Mitarbeiterin gut funktionieren könnte. Ich danke Herrn Diakon Lampel für seine engagierte und unterstützende Wirkung. Auch die Sakristane und Organisten möchte ich lobend und dankend erwähnen. Ich danke allen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Räten und darüber hinaus, die ihre Zeit, Fähigkeiten und Kompetenzen für den Dienst der Pfarrei zur Verfügung gestellt haben und das Leben der Kirche vor Ort bereichert haben.

Danke an unsere Kindergärten für die Zusammenarbeit zum Wohl der Kinder und ihrer christlichen Erziehung.

Allen Verbänden die das Leben der Pfarrei bereichern und darin engagierten Menschen sage ich hiermit Danke!Danke auch an die Vertreter der Politik auf der Ebene der Gemeinden, der Stadt und des Kreises, die durch ihre Zusammenarbeit das Engagement der Pfarrei im sozialen Bereich unserer Orte unterstützt haben. 

Als ich vor 20 Jahren nach Rohrbach kam, war mein Wunsch die Christen hier zu Gott zu führen, ja mit ihnen gemeinsam den Glaubensweg zu gehen, so wie die Kirche das tut. Ein Pfarrer steht da wie der Sämann aus dem Evangelium. Seine Aufgabe ist es den Samen des Wortes Gottes auszusäen. Die Sakramente zu spenden.

Das Gerücht von Gott wach halten (wie das ein Theologe sagt). In all den Jahren hier in Rohrbach, Hassel und Oberwürzbach war es mein wichtiges Anliegen, die mich faszinierende Botschaft Jesu vom ewigen Leben, vom Himmel zu verkünden und gemeinsam zu diesem Ziel unterwegs zu sein.

Die Pfarrer kommen und gehen, die Botschaft Jesu bleibt. Räumlich getrennt bleiben wir doch auf dem gleichen Weg als Christen, denn was uns verbindet ist unser Glaube an Gott, der in Jesus Christus für uns Mensch geworden ist um uns das ewige Leben zu schenken.

An einem Sonntag im September während des Spaziergangs traf ich einen pensionierten Polizisten. Ich weiß nicht, ob er einer Kirche angehört, ob er gläubig ist oder nicht. Als ich ihn sah, sagte ich zu ihm: „eins, zwei, drei, da kommt die Polizei“. Seine Antwort an mich war: „eins, zwei, drei, da kommt der Liebe Gott“. Na denn, wenn mich die der Kirche fern Stehenden mit dem lieben Gott in Verbindung bringen (und vielleicht auch den Gedanken an Gott zulassen), dann kann ich zufrieden sein.

Gelobt sei Jesus Christus!

 

Euer „alter“ Pfarrer Marcin Brylka

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